Dr. Paula Bleckmann – Expertin zum Thema „lernen“

 

Porträt

Dr. Paula Bleckmann
(c) S.K.U.B Photostudio Emmendingen

Nach einem Diplom in Biologie und einer pädagogische Fortbildung war ich kurze Zeit als Lehrerin in der Inklusionspädagogik tätig. Nach einer längeren Familienphase folgte meine Dissertation in Medienpädagogik an der Universität Bremen. Dabei führte ich, inzwischen selbst Mutter von drei Kindern, über 50 Interviews mit Kindergarteneltern, um mehr über verschiedene Medienerziehungsstile, besonders aber über die unterschiedlichen Beratungsbedürfnisse von Eltern zu erfahren. Daraus ergab sich die Forderung nach zielgruppenspezifischer Beratung, die im besten Sinne sowohl „medienkritisch“ als auch „eltern-freundlich“ (also mit alltagstauglichen Tipps und ohne erhobenen Zeigefinger) gestaltet sein sollte.

Seit 2010 bin ich als Habilitandin am interdisziplinären Forschungsprojekt „Computerspiel- und Internetabhängigkeit in Deutschland“ am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen beteiligt. Neben der Untersuchung von Ausstiegs- und Bewältigungsverläufen (mehr als 20 Interviews mit ehemaligen Computerspielabhängigen) liegt mein zweiter Forschungsschwerpunkt im Bereich Mediensuchtprävention. Dazu gehört die ab dem Schuljahr 2012/13 in Kooperation mit „return – Fachstelle für exzessiven Medienkonsum“ laufende formative Phase eines Präventionsangebotes, das durch Beratung von Grundschuleltern das Risiko problematischer Mediennutzung bei Kindern reduzieren soll. Aktuell bereite ich in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Gesundheitspädagogik an der PH Freiburg eine Befragung zur Charakterisierung bestehender Mediensuchtpräventionsangebote in Deutschland vor.

Paula Bleckmanns Position zum Thema „lernen“

Medienmündig ist, wer Manipulation durch mediale Angebote kritisch reflektiert, und wer sich für nichtmediale Handlungsalternativen immer dort entscheidet, wo sie seinen langfristigen Zielen und Bedürfnissen besser dienen als mediale Handlungsmöglichkeiten. In diesem Sinne möchte ich uns gerade für das Aktionsfeld „Medien und Lernen“ statt einer blinden Fortschrittsgläubigkeit für die Zukunft eine medienmündige Politik wünschen.

Hier können Sie das komplette Positionspapier von Dr. Paula Bleckmann lesen, das als Grundlage der Debatte zum Thema „lernen“ am Nachmittag des Tags der Medienkompetenz im Landtag dient.

Paula Bleckmann zum Thema „lernen“

  • 2012: Medienmündig – Wie unsere Kinder selbstbestimmt mit dem Bilschirm umgehen lernen. Stuttgart: Klett-Cotta.
  • 2006: Medienpädagogische Elternarbeit am Kindergarten (Dissertation Universität Bremen).
  • 2012: Müssen schon die Jüngsten vor dem Bildschirm sitzen? Zwei Experten – zwei Meinungen (Dr. Paula Bleckmann Kontra, Prof. Dr. Stefan Aufenanger Pro). In: Bildungsthemen, 1/2012 (Schwerpunktheft Medienkompetenz): S. 18f.

Paula Bleckmanns Leseempfehlungen zum Thema „lernen“

  • Im Druck: Thomas Mößle: Dick, dumm, abhängig, gewalttätig? Problematische Mediennutzungsmuster und ihre Folgen im Kindesalter – Ergebnisse des Berliner Längsschnitt Medien.Baden-Baden: Nomos.
  • 2008: Christian Pfeiffer, Thomas Mößle, Matthias Kleimann und Florian Rehbein: Die PISA-Verlierer und ihr Medienkonsum. Eine Analyse auf der Basis verschiedener empirischer Untersuchungen. In: Aufwachsen in virtuellen Medienwelten. Chancen und Gefahren digitaler Medien aus medienpsychologischer und medienpädagogischer Perspektive. Hg. v. U. Dittler und M. Hoyer. München: kopaed: 275-305.
  • 2010: Nicholas Carr: Wer bin ich, wenn ich online bin – wie das Internet unser Denken verändert. München: Blessing.
  • Susan Linn: Consuming Kids – Protecting our children from the onslaught of marketing and advertising. New York: The New Press. Siehe auch: Campaign for a Commerical-Free Childhood.
  • 2012: Manfred Spitzer: Digitale Demenz – Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen. München: Droemer.

Kontakt zu Paula Bleckmann

Website: http://www.kfn.de/Organisation/WissenschaftlerInnen/Paula_Bleckmann.htm
E-Mail: Paula.Bleckmann@kfn.de

 Veröffentlicht von am 7:31 am