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Fernsehen selbstgemacht

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Nov 272012
 

Von Valentin Dornis
Echtes Fernsehen für alle – von allen: Das möchte „nrwision“ ermöglichen. Der Fernsehsender, der von der Technischen Universität Dortmund betrieben wird, versteht sich als offenes Medium für interessierte Medienmacher: „Wir sind ein TV-Lernsender für NRW“, erklärt der stellvertretende Projektleiter Florian Meißner, „wer Lust hat, kann einen Beitrag drehen und einsenden.“  Journalistik-Studenten der TU sichten die Beiträge anschließend und geben vor der Ausstrahlung ein professionelles Feedback zur Filmtechnik, aber auch zum Aufbau und zur inhaltlichen Gestaltung. „So garantieren wir auf der einen Seite qualitatives Programm und lassen auf der anderen Seite die Teilnehmer von unserem Wissen profitieren“, so Meißner. Auf diese Weise können auch Anfänger unbefangen erste Schritte in der Welt des Fernsehens wagen.

nrwision ist nicht nur über das Internet zu erreichen, sondern auch über das digitale Kabelnetz von Unitymedia, was den Anspruch der Macher widerspiegelt, „echtes Fernsehen“ zu produzieren. Zwischen zehn und zwölf Stunden neues Filmmaterial erreicht den Sender pro Woche. Dieses wird mehrfach in einer Woche in verschiedenen Programmrubriken gesendet.

Die Hürden sind nicht allzu hoch: Wer einen Beitrag einreichen will, sollte nur darauf achten, dass die Bilder scharf und nicht verwackelt sind, sprechende Personen müssen gut zu verstehen sein. Inhaltlich gibt es keine Grenzen, wie Meißner erläutert: „Egal ob Lokalbericht, Musikvideo, Kurzfilm oder Dokumentation, wir sind offen für jede gute Idee.“

Joachim Gauck im Landtag

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Nov 262012
 

Von Valentin Dornis

Spätestens, als der rote Teppich ausgerollt wurde, war klar: Er wird tatsächlich kommen. Bundespräsident Joachim Gauck schaute zu seinem Antrittsbesuch im Düsseldorfer Landtag vorbei, gemeinsam mit NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft betrat er das Parlamentsfoyer und entschwand zügig zu wichtigen Gesprächen über eine Treppe in die oberen Etagen.

Etwas über eine Stunde später tauchten beide wieder auf, doch dieses Mal nahm Gauck sich Zeit: Der Präsident schüttelte Hände, ließ sich fotografieren und plauderte kurz mit dem Maskottchen aus der „Sendung mit der Maus“. Einen Rundgang über die Ausstellungsfläche des Tages der Medienkompetenz ließ sein Zeitplan dann aber doch nicht zu – die Aufmerksamkeit, die Gauck auch durch anwesende Medienvertreter zuteil wurde, war trotzdem enorm.

Vertrauen in der digitalen Welt – Die Debatte über Datenschutz und Privatsphäre

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Nov 262012
 

Von Valentin Dornis

Wer im Netzt surft, gibt im Zweifel viel von sich Preis. Was Datenschutz leisten kann und muss und wo die Grenzen staatlicher Regelungen gesteckt werden sollten, diskutierten die Teilnehmer der Debatte „Vertrauen – Datenschutz und Privatsphäre in der digitalen Welt“. Als Experten beteiligten sich der Blogger Michael Seemann und Ulrich Lepper, Landesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit in NRW.

Dass Objektivität bei diesem Thema äußerst schwierig ist, wurde schnell klar. Menschen mit verschiedenen Hintergründen und aus unterschiedlichen Generationen haben teilweise stark auseinandergehende Definitionen von Privatsphäre – während Michael Seemann Unternehmen versteht, die aus wirtschaftlichen Gründen Daten sammeln und verknüpfen, sträubt sich bei Ulrich Lepper alles gegen diese Sammelwut. Besonders deutlich zeigten sich diese Unterschiede an den Meinungen zum sozialen Netzwerk Facebook: Wer diesen kostenlosen Dienst nutzen will, der muss halt auf andere Weise „bezahlen“, nämlich mit seinen Daten, ist Seemann überzeugt; Lepper dagegen prangerte in einer emotionalen Rede diesen „faulen Handel“ an. Diesen Beitrag quittierte das Plenum mit Applaus, die Teilnehmer schienen mehrheitlich ähnlicher Meinung zu sein.

Kein Wunder, ist doch ein Großteil von ihnen persönlich betroffen: Auf die Nachfrage der Moderatorin, wer der Anwesenden denn einen Facebook-Account habe, heben über zwei Drittel die Hand. Ulrich Leppers Forderung nach strengeren Regeln für den Datenschutz finden also Zustimmung, auch wenn eine gewisse Skepsis bleibt. Denn es sei ja schön und gut, so eine Teilnehmerin, wenn in Deutschland die Vorschriften verschärft würden – das Internet sei aber nun einmal international. „Glauben Sie, dass es irgendwann weltweite Richtlinien zum Datenschutz geben wird?“, richtete sie ihre Frage an den Landesbeauftragten Lepper. Der wollte sich nicht festlegen, merkte jedoch an: „Aktuell gibt es in der EU-Verhandlungen über ein Reformpaket zu diesem Thema. So könnten die Regelungen europaweit angeglichen werden.“ Das hätte dann vor allem auch eine Signalwirkung nach außen, so der Experte.

Eine Vorstellung, mit der sich Seemann nicht so recht anfreunden kann: „Lieber habe ich meine Daten bei einer Firma, die mir schlimmstenfalls Werbung zumutet, als beim Staat. Denn der kann mich im Extremfall schließlich sogar ins Gefängnis stecken.“

So verschieden die Positionen der beiden Experten waren, so sehr herrschte in einem Punkt Konsens: Bis zu einem gewissen Grad ist der Nutzer selbst verantwortlich für die Daten, die er ins Netz stellt, und hat damit Vorsicht walten zu lassen. Oder, wie Seemann es mit einem Zitat ausdrückte: „Wer schweigt, der kann immer noch reden. Wer schon geredet hat, wird darüber nie im Nachhinein schweigen können.“

Nov 262012
 

von Natalie Dayekh

Dr. Stephan Eisel, Foto: G. Jorczyk / Grimme-Institut

Dr. Stephan Eisel, Foto: G. Jorczyk / Grimme-Institut

Wie kann man über das Internet politisch teilhaben? Welche Rolle spielt „teilhaben“ in Zeiten des Internets? In dieser Debatte konnten die Zuhörer bei der Diskussion zwischen Dr. Stephan Eisel und Jürgen Ertelt mitreden.

Dr. Stephan Eisel, Projektbeauftragter der Konrad-Adenauer Stiftung für „Internet und Demokratie“, und Jürgen Ertelt, Medienpädagoge und Koordinator des Projekts „youthpart“, einer Initiative von Dialog Internet in Trägerschaft des IJAB, der Fachstelle für internationale Jugendarbeit e.V., diskutierten diese und andere Fragen. Zunächst stellten beide ihre Position zum Thema „teilhaben“ durch das Internet dar. Dr. Stephan Eisel, der die Chancen der Beteiligung durch das Internet eher „nüchtern“ betrachtete, führte innerhalb von zehn Minuten zwölf Thesen an, die er zur diesem Thema erstellt hatte.

Dr. Stephan Eisel sieht das Internet als zusätzliches Forum und nicht als ein ersetzendes. Medienkompetenz bedeute schließlich, die Möglichkeiten im positiven und negativen Sinne zu betrachten. Es sei ein Mythos, dass das Web 2.0 Probleme lösen würde, da es keine Einschränkungen in zeitlicher und räumlicher Art mitbringe. Er wies darauf hin, dass neue Einschränkungen entstehen, z. B. bei der Möglichkeit das Internet zu nutzten: Rund 75 Prozent der Menschen in Deutschland haben einen Internetanschluss. Der Rest hat aus verschiedensten Gründen keinen. Selbst bei den 75 Prozent bestehe die Frage,  wer das Internet auch regelmäßig nutzt und nutzen kann. Dadurch ergibt sich eine digitale Spaltung. Zum Einen gebe es jene, die durch Bildschirmarbeit mit dem Aktivitätsmedium, wie Dr. Stephan Eisel das Internet bezeichnet, privilegiert werden. Zum Anderen diejenigen, die beruflich von diesem Medium ausgeschlossen würden.  Ein Zuschauer stellte Dr. Eisels These in Frage, dass Menschen, die vor dem Bildschirm arbeiten, privilegiert gegenüber den anderen seien, schließlich gebe es Smartphones. Dr. Eisel erwiderte, dass das Smartphone im Arbeitsalltag aber nicht für jeden einsetzbar sei.

Jürgen Ertelt, Foto: G. Jorczyk / Grimme-Institut

Jürgen Ertelt, Foto: G. Jorczyk / Grimme-Institut

Dr. Eisel verneinte ebenfalls, dass das Internet neues politisches Interesse wecke, wenn vorher keines vorhanden war. Die Bürgerbeteiligung nehme dadurch nicht zu. Auch vor Zeiten des Internets gab es Möglichkeiten der Bürgerinitiative, etwa durch Leserbriefe, Diskussionen und politische Gemeinschaften.  Und auch bei dem Stichwort Transparenz gebe es erhebliche Lücken. Schließlich würden zwar Daten wie etwa der Kommunalhaushalt sichtbar gemacht, jedoch sei es fraglich, inwiefern diese Daten objektiv seien und „verarbeitbar“ seien oder ob die Datenfülle der „Verarbeitung“ nicht vielleicht entegegen stehe.  Ein weiter relevanter Punkt sei das reflektierte Urteilsvermögen beim gewichten von Informationen, auf die man im Internet trifft. Bezüglich der demokratischen Förderung durch das Internet sei die Anonymität im Internet ein weiteres Problem. Durch die Möglichkeit der Anonymität könne man viele Menschen nicht mehr mit ihrer Meinung konfrontieren und in gewissem Maße gehe das Gefühl für Verantwortung verloren.

Jürgen Ertelt vertrat eine andere Sicht. Er bezog sich bei seinen Ausführungen mehr auf die Jugendlichen. „Wir sind erst am Anfang der Auseinandersetzung“ sagte er. Erst jetzt setze man sich damit auseinander, wie medienkompetent das Internet sei und wie die Beteiligung dadurch entstehe.

Er stellte die Frage, wie es realisierbar sei, dass man den „Gefällt-mir“-Button ins reale Leben holen könne. Durch das Internet sieht er eine große Möglichkeit für einen neuen Diskussionsraum und führte den Begriff „Liquid-Democracy“ an.  Seiner Meinung nach entstehen keine Grenzen. Durch E-Partizipation könne man Benachteiligung ausgleichen. Des Weiteren bemerke er eine Veränderung der Kommunikation, die positiv einzusetzen ist. Als Beispiel dafür sieht er die Möglichkeit, Fotos oder Videos als Kommunikationsmittel zu nutzen. Durch das Internet könnten Jugendliche in politischen Sachverhalten wahrgenommen werden und hätten die Möglichkeit, inhaltlich „mitzumischen“. Natürlich sei ihm bewusst, dass eine Kultur der Beteiligung entwickelt werden müsse und nicht durch das Internet entstehe. Jedoch bietet das Internet, seiner Meinung nach, viele neue Möglichkeiten, mit denen man sich konkret auseinandersetzen müsse.

Es wurden weitere Fragen aus dem Publikum gestellt, wie etwa zur Reflexion und zum Urteilsvermögen im Internet, Transparenz und die Förderung der demokratischen Gesellschaft durch das Internet.

Debatte zum Thema lernen mit oder ohne Medien

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Nov 262012
 

v.l.n.r.: Moderatorin Dagmar Hoffmann und die Expertinnen Dr. Paula Bleckmann und Prof. Dr. Gudrun Marci-Boehncke

Von Laura Rentmeister
Als Impulsgeberinnen standen Frau Dr. Paula Bleckmann und Prof. Dr. Gudrun Marci-Boehncke bereit.

Frau Bleckmann arbeitet unter anderem an dem Forschungsprojekt „Computerspiele und Internetabhängigkeit in Deutschland“ mit und ist der festen Überzeugung, dass Kinder vor Medien geschützt werden müssen. Die gelingende Lösung für Erziehung ist für sie eine begleitende und unterstützende Funktion des Erziehers, damit sich die Kinder zu gemeinschaftsfähigen und selbstständigen Individuen entwickeln können.

Die Fähigkeit mit Medien bewusst umgehen zu können ist für Frau Bleckmann keine Medienkompetenz, sondern Medienmündigkeit: „Medienmündigkeit ist die Fähigkeit zum Ausschalten“, so Bleckmann. Um medienmündig zu werden, sei es die Aufgabe eines jeden, Mediensucht zu vermeiden. „ Fünfzehnjährige konsumieren sieben Stunden täglich Medien und das nur in ihrer Freizeit“, führt Bleckmann ein erschreckendes Beispiel an und ergänzt: „ Ein bis drei Prozent aller fünfzehnjährigen Jungen sind suchtabhängig.“ Bei den Mädchen liege der Schwerpunkt nicht auf Computerspielen, sondern Mädchen nutzten das Internet für social networks wie facebook. „ Schon vor der Sucht ist zu starker Medienkonsum für die körperliche, seelische und geistige Entwicklung schädlich.“ Um ihre Thesen zu bestärken, verdeutlichte Frau Bleckmann an alltäglichen Gegenständen, wie sich der Medienkonsum gewandelt habe. Heute gebe es für jede Fähigkeit eine CD-ROM. Zum Beispiel solle die Bewegungskompetenz heutzutage durch „Wii-Fit“ gestärkt werden. Früher taten es Wanderschuhe oder spiele wie „Hüpfe-Kästchen“.

Abschließend erklärt die Medienpädagogin, dass ein dosierter Einsatz von Medien und die Medienprävention der Schlüssel zum Erfolg sind.

Frau Marci-Boehncke ist Professorin an der TU Dortmund und vertrat die Gegenposition zu Frau Bleckmann. Ihre Rede begann mit einer historischen Erklärung. Sie  bezog sich auf Platon, der der erste Medienkritiker gewesen sei. Platon beharrte auf der Tatsache, dass Weisheit nur per Vortrag vermittelbar sei und wehrte sich gegen die Verschriftlichung.

„Der Mensch ist ein mediales Wesen“, erklärte Frau Marci-Boehncke. Biologisch betrachtet habe das Gehirn sogar einen eigenen Medienbereich. „In Deutschland besitzt jeder Haushalt flächendeckend Fernseher und  Computer, unabhängig vom sozialen Milieu“, so Marci-Boehncke weiter. 30 Prozent der Vierjährigen seien mit PC und Internet vertraut.

„Durch Medien wird man nicht dumm oder dick. Durch Kühlschränke wird man ja auch nicht dick“, erklärte die Professorin an alltäglichen Beispielen. Um gekonnt mit Medien umgehen zu können, müsse man mit „guten und schlechten Computerspielen umgehen können, aber auch mit guten und schlechten Büchern.“

„Die Frage nach dem wie und nicht nach dem ob der Medienbildung“, stellte Frau Marci-Boehncke in ihrem Fazit.

Zwei Positionen, die konträrer fast nicht sein könnten. Beide Pädagoginnen schätzten die andere Position. Für die Zuhörenden gab es viele Denkanstöße und Vorschläge, wie der Umgang mit Medien im Alltag leichter werden könnte.

 

Podknast.de – Wie es wirklich ist

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Nov 262012
 

Interview von Natalie Dayekh

(c) Valentin Dornis

Medienförderung betrifft alle Menschen und macht auch vor dem Gefängnis nicht halt. Im Gespräch mit Nicole Sonnenbaum von Podknast werden die Beweggründe für Radio- und Fernsehberichte aus der Haft dargestellt.

Wie sieht die Medienförderung von Jugendlichen bei Podknast aus?
Im Rahmen des Projekts Podknast.de haben sich in vielen Jugend- und Erwachsenenvollzugsanstalten Gruppen gebildet, die die Inhaftierten an die Medienkompetenz heranführen. Die Inhaftierten lernen den Umgang mit einer Kamera oder wie ein Drehbuch geschrieben wird. Ihnen wird beigebracht, wie ein Film zustande kommt und was dabei beachtet werden muss.

Und warum glauben Sie, ist das alles wichtig  zu erlenen?
Medienkompetenz ist ein wichtiges Thema, bisher haben die Jugendlichen hauptsächlich konsumiert. Sie haben sich wenig Gedanken darüber gemacht und wenig reflektiert was sie da insgesamt alles konsumieren. Podknast ermöglicht den Jugendlichen das nach außen zu tragen, was konsumiert wird. Darüber hinaus ist es noch eine sinnvolle Freizeitgestaltung, denn häufig ist es ja so, dass bei den inhaftierten Jugendlichen und Erwachsenen draußen viel Langeweile herrschte. Wir hoffen, dass das Projekt Podknast Ideen bringt, was die Beteiligten zukünftig auch als Freizeitgestaltung weitermachen können. Zusätzlich dient das Projekt auch zur Abschreckung und zur Information von Schulklassen. Die Polizei nutzt zum Beispiel gerne unsere Angebot.

Wie bewusst ist Podknast den allgemeinen Konsumenten im Internet?
Podknast wird überwiegend eher von Eltern, die davon gehört haben oder Lehrern, die das mit in den Unterricht einbringen wollen, genutzt. Es gibt aber auch einen Youtube-Channel, den sich interessierte Jugendliche einfach im Internet anschauen können.

Wie haben die Jugendlichen und Erwachsenen die Podknast machen, die Idee aufgenommen bzw. wie ist da die Bestätigung?
Die Teilnehmer machen das gerne, weil es eine Abwechslung und etwas ganz anderes als der normale Haftalltag ist. Und die Beteiligten sind immer sehr froh über das Feedback, das sie von der Öffentlichkeit über ihre Seite bekommen.

Mehr zum Projekt Podknast

von Justiz-Online
Die Podcasts geben einen Einblick in den Alltag hinter die Mauern von Jugendarrestanstalten, des Jugend- sowie Erwachsenenvollzuges. Durch die Audio- bzw. Videopodcasts wird die Öffentlichkeit über verschiedene Bereiche des Vollzuges aufgeklärt und erhält so Informationen beispielsweise über die Gründe einer Inhaftierung oder den Tagesablauf eines Inhaftierten.

Mit den Podcasts sollen insbesondere die Inhaftierten dazu motiviert werden, sich mit sich selbst, ihrer Geschichte, aber auch mit ihrem kriminellen Verhalten und den Ursachen auseinander zu setzen. Ein weiterer Aspekt in diesem Kontext ist der aufklärende Charakter, der seine Entfaltung insbesondere bei den jüngeren Zuschauern entwickeln soll. Die Podcasts machen somit inhaltlich dort weiter, wo das „Gerichtsfernsehen“ aufhört.

Podknast – Wie es wirklich ist. Jugendliche Straftäter erzählen aus dem Knast über ihr Leben „drinnen“, die Vergangenheit und die Zukunft.

 

Walburga Benninghaus (MdL, SPD), die sich im Rahmen ihrer Aktion vor Ort in der Jugendarrestanstalt Düsseldorf über „Podknast“ informierte, besuchte am Tag der Medienkompetenz das Podknast-Team auch an der Musterzelle in der Ausstellung im Landtag. v.l.n.r: Inge Roy (Projektleiterin „Podknast“), Walburga Benninghaus (MdL, SPD) und Edwin Pütz (Leiter der JAA Düsseldorf).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Medien helfen Menschen mit Behinderung

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Nov 262012
 

Von Valentin Dornis

Computer und Handy begleiten Kinder mittlerweile wie selbstverständlich durch ihr Leben. Irgendwann bekommen sie das erste Mobiltelefon, dann einen Computer und spielen schon bald Spiele im Internet oder melden sich bei sozialen Netzwerken an.

Dass es jedoch auch junge Menschen gibt, die keinen so einfachen Zugang zur großen Welt der Medien haben, zeigt der Stand der Arbeitsgemeinschaft Lokale Medienarbeit: Die Initiative setzt sich für inklusive Medienpädagogik ein. Was das bedeutet, erklärt Projektleiter Arnold Hildebrandt: „Behinderte Menschen stoßen im Umgang mit verschiedenen Medien schnell an ihre Grenzen. Wir wollen erreichen, dass sie gemeinsam mit Menschen ohne Behinderung lernen können, diese zu überwinden.“

Die Probleme fangen tatsächlich früh an: Je nach Grad der Behinderung kann es schon unmöglich sein, eine normale Tastaur zu bedienen. Um so etwas zu umgehen, gibt es schon jetzt zahlreiche Modelle, die individuell angepasst werden können. Doch das Bewusstsein dafür fehlt häufig noch, gerade in den Schulen, so Hildebrandt: „In der Regel werden Behinderte immer separiert unterrichtet, auch in Sachen Medienkompetenz. Dass muss sich auf Dauer ändern, nur dann wird es auch für diese Menschen einfacher, Zugang dazu zu finden.“

Die vom Land NRW geförderte Arbeitsgemeinschaft zeigt Alternativen auf: Spezielle Computerprogramme, Spiele und Steuerungselemente vereinfachen den inklusiven Unterricht. Besonders freut sich Hildebrandt über aktuelle Entwicklungen in der Computertechnik: „Intuitive Bedienkonzepte mit Touchdisplays und Gestensteuerung sind ein guter Schritt in diese Richtung.“

Am Stand der Arbeitsgemeinschaft können Menschen ohne Behinderung selbst erleben, wie Technik das Leben erleichtern kann: Am Rollstuhlsimulator kann ein Parkour durchfahren werden, der fahrbare Untersatz kann dabei nur über einen Schaltknüppel mit der rechten Hand gesteuert werden.

„All diese technische Unterstützung, ob am PC oder am Rollstuhl,  hilft in ihrer Summe, das mediennahe Leben für Behinderte zu erleichtern“, ist sich Hildebrandt sicher.

Live-Hacking: Die, die Böses tun und die, die Böses zulassen

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Nov 262012
 

Von Natalie Dayekh

„Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen“. Mit einem Zitat von Albert Einstein stiegen die zwei Referenten Frank Timmermann und Stefan Tomanek vom Insitut für Internet-Sicherheit in das Thema „Hacking“ ein.

Wem vertrauen wir unsere Daten an und wie durchschaubar sind unsere Passwörter?  Wenn ein Hacker zuschlägt, was geschieht mit den Daten? Diese Fragen wurden beantwortet – und der Vorgang live demonstriert. Kennt man den Benutzernamen eines Mitarbeiters, Schulfreund oder Familienmitglieds, ist ein wichtiges Werkzeug: das Raten. Denn richtig durchdacht sind die meisten Passwörter nicht. Meistens werden banale Begriffe gewählt, vom eigenen Namen bis zum Auto, das man fährt.  Bestätigt wurde dies von den Referenten durch das „Passwort-Scrabble“. Dabei kann in einer Tabelle abgeschätzt werden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit bei bestimmten Passwörtern liegt. Die Trefferquote ist höher als man denkt.

Ebenfalls gut zu wissen: Passwörter, die im Wörterbuch stehen, eignen sich nicht zur Sicherheit. Denn durch spezielle Programme kann zu dem jeweiligen Benutzernamen ein Wörterbuch durchlaufen gelassen werden – mit häufigem Erfolg.

Auch tägliche Erledigungen, wie zum Beispiel online eine Bahnfahrt zu buchen, sind für Hacker ein beliebtes Ziel. Durch unverschlüsselte Startseiten können Hacker die Seiten umschreiben oder ergänzen und sich so in die Datenleitung hängen, um eben jene Daten abzufangen – oder zu ändern.

Die Hacker auf der Veranstaltung hackten natürlich nur zu Demonstrationszwecken. Sie wollten darstellen und aufklären, wie wichtig der bewusste Gebrauch von Online-Medien ist und die Gefahren gegenwärtig machen, die den gemeinen Verbraucher umgeben.  Fazit: Ob wir böses zulassen, liegt wohl auch bei uns.

iPads in der 4. Klasse

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Nov 262012
 

Von Valentin Dornis

Das iPad erobert den Landtag: 20 Schülerinnen und Schüler der Kartause-Hain-Schule Düsseldorf erkunden das Parlamentsgebäude heute mit ihren Tablet-PCs. Die Medien-Knirpse wuseln durch das Foyer, knipsen Fotos und filmen ihre Interviews mit den Ausstellern. „Dann können wir auch unseren Freunden zeigen, was wir hier heute gesehen haben“, erklärt die 10-jährige Gülay. Sie und ihre Freundinnen interessierten sich besonders für die Medienscouts: „Die helfen anderen Leuten, sich im Internet besser auszukennen. Wir haben darüber viel gelernt, auch zu den iPads.“

Nach der Einführung der Geräte zu Beginn des Jahres gab es für die Schülerinnen und Schüler bewusst keine großen Erklärungen. Jeder sollte für sich entdecken, welche Möglichkeiten darin stecken, erzählen die Lehrerinnen Katrin Baecker und Andrea Baldus. Schnell lernten die Kinder dazu und konnten bald sogar ihren Lehrerinnen Tipps geben. Dass der Umgang mit den Tablet-Computern für die Kleinen von Anfang an wie selbstverständlich funktionierte, beeindruckt Baldus immer wieder: „Die Kinder kennen da überhaupt keine Scheu, sie probieren viel herum und helfen sich gegenseitig.“

Insgesamt 25 der Geräte wurden der Schule im Rahmen des Projektes „eSchool“ zur Verfügung gestellt und kommen mehrmals in der Woche auch im Unterricht zum Einsatz: „Das ist ein viel spannenderes Mittel als das klassische Schulbuch, weil die Kinder sehr interaktiv das lernen können, was sie gerade interessiert.“ Vor allem im Sachkunde- und Englischunterricht seien die Tablets eine sinnvolle Ergänzung, so Baldus. Aber: „Es gibt natürlich auch Regeln, gerade was die Internetnutzung angeht. Wer sich da nicht dran hält, muss das iPad wieder abgeben.“

Internet, Handy und Computerspiele – Chancen und Risiken für Kinder und Jugendliche

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Nov 262012
 

Interview von Laura Rentmeister

WoW, Cyber-Mobbing und Amokläufe in deutschen Schulen. Ute Willms vom Landeskriminalamt NRW spricht mit uns über die Vorbeugung von negativen Auswirkungen der virtuellen Welt.

Frau Wilms, mit welchen Institutionen arbeiten Sie im Landeskriminalamt zusammen?
Ute Willms: „Bevorzugt arbeiten wir mit Pädagogen und der Schule zusammen.“

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Schulen?
U.W.: „Die Infomaterialien werden über einen Verteiler an alle Schulen verschickt. Leider landen sie nicht immer bei dem gewünschten Empfänger.“

Wo liegen die Unterschiede zwischen den Altersgruppen?
U.W.: „Den besten Zugang erhalten wir durch das Medium Film. Dort werden verschiedene Kriminalitätsphänomene in den verschiedenen Altersgruppen präsentiert.“

Unterscheiden sich die Themen, die Sie  zum Beispiel auf einer Hauptschule oder einem Gymnasium präsentieren?
U.W.: „Darüber weiß ich leider nichts genaues, weil meine Kinder beide auf das Gymnasium gehen. Doch gerade war eine Pädagogin von einer Förderschule bei uns und sie hat mir erklärt, dass die Kinder dort Filme zur Prävention von Gewalt angucken, die nicht länger als ein bis drei Minuten andauern, weil die Konzentration nicht länger reicht.“

Ist es für Sie persönlich als Mutter in Ihrer eigenen Erziehung hilfreich, dass Sie sich beruflich mit diesem Thema auseinander setzen?
U.W.: „Meistens sind meine Kinder weiter als ich in den Medien, aber ich kann mit meinen Kindern über alles sprechen. Bei uns besteht eine Offenheit, die genauso für den Bereich Medien gilt. Gelebte Vorbeugung ist die beste Vorbeugung.“