Dez 102012
 

Das Internet ist wie eine Stadt aus Webseiten, bewohnt von „Internetsurfern“ und wie jede Stadt, so hat auch das Internet seine dunklen Seiten. Kommissar Eddie nimmt die Kinder mit auf eine Tour durch diesen Teil der Stadt. Sein Ziel: „Ich möchte, dass du dich am Ende unseres Streifzuges so gut auskennst, dass du weißt, wie du solche Orte meiden kannst oder wie du von dort schnell wieder weg kommst.“

MdL Thomas Nückel (FDP) und Lehrerin Anja Schuhmacher beobachten, wie die Viertklässlerinnen ein Internetquiz lösen.

Mit diesem Clip aus dem Angebot des Internet-ABC starten die Viertklässler von Anja Schuhmacher in ihre Arbeit mit dem Medienpass NRW an diesem Tag. Je nach ihrem eigenen Tempo bearbeiten sie Arbeitsblätter über die Datenautobahn oder lernen die Adressen der Netzstadt zu lesen. Andere Schüler nehmen die zwei Klassenrechner oder das iPad der Lehrerin zur Hilfe, um zum Beispiel im Netz Quizaufgaben zu lösen. Begeistert von der Schnelligkeit, mit der die Kinder mit der Technik umgehen und die für Grundschüler durchaus anspruchsvollen Fragen nach Internet-Protokollen oder Viren beantworten, schauen ihnen dabei MdL Thomas Nückel, Schulleiterin Petra Bommert, Wolfgang Vaupel (Geschäftsführer der Medienberatung NRW) und das TdM-Team über die Schulter.

Am Ende der Stunde hat Lea gelernt, wie ein Virenscanner funktioniert. Chris hat gelernt, dass man im Internet nie seine eigene Wohnungsadresse angeben sollte. Und auch an wen man sich bei Mobbing im Netz wenden kann, haben die Schüler(innen) erfahren. Mit diesem Wissen sind sie einem weiteren Sternchen in ihrem eigenen Medienpass näher. In den nächsten Wochen werden sie noch weiter zu den Gefahren im Netz arbeiten. Auch der Unterschied zwischen Information und Werbung steht für dieses Schuljahr noch auf dem Programm.

Erworbene Kompetenzen werden im Medienpass NRW mit Aufklebern dokumentiert.

Das anschließende Gespräch findet im Computerraum der Schule statt. An den neun Arbeitsplätzen, erklären Frau Bommert und Frau Schuhmacher, trifft sich z.B. einmal pro Woche die freiwillige Computer AG der Schule. Seit einem halben Jahr können die Schüler(innen) auch im Internet arbeiten. Einen Unterschied in den Vorerfahrungen und der Ausstattung mit Medien spüre man bei den Kindern schon, aber man versuche, diese auszugleichen, indem alle Kinder die Kompetenzen, die im Medienpass NRW angelegt sind, auch komplett mit den Medien der Schule und der Arbeit im Unterricht erwerben können. Sie planen, die Arbeit mit dem Medienpass auch auf weitere Klassen auszuweiten. Eine konkrete Aufgabe für den Kompetenzbereich „Präsentieren“ gibt es auch schon: Wenn die Vellwigschule nächstes Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert, sollen die Schüler einen Film dazu produzieren.

Dass die Kinder so viel Spaß an der Arbeit mit Medienpass haben und sich mit ihren Leistungen so identifizieren, freut Wolfgang Vaupel. Die Medienberatung arbeitet gerade an der Erweiterung des Medienpass-Angebots für die Sekundarstufe I. Interessierte Schulen können sich bereits für die Pilotphase anmelden. Wichtig in der Konzeption des Medienpasses war, nicht einfach ein weiteres vorgefertigtes Unterrichtsangebot zu schaffen, sondern Lehrer(innen) Tipps zu geben, wie sie selbst bereits vorhandenes gutes Unterrichtsmaterial finden können und damit ihre Arbeit zu den unterschiedlichen Kompetenzbereichen selbst gestalten können. Dass diese Arbeit an jeder Schule unterschiedlich aussieht, kann auch Thomas Nückel bestätigen. Er besuchte bereits acht Grundschulen, die mit dem Medienpass arbeiten.

Nicht nur die „neuen“ sondern auch alte Medien waren Thema in der 4b.

Deutlich wurde bei dieser Aktion vor Ort, dass Medien aus dem Alltag der Kinder nicht mehr weg zu denken sind und damit auch nicht mehr aus dem Unterricht. Dennoch, nur das Kind vor dem Computer macht noch keinen Lernerfolg. Wichtig ist, den Kindern die Fähigkeit zum kritischen Medienkonsum zu vermitteln.

Die Initiative „Medienpass NRW“ wird getragen von der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, dem Ministerium für Schule und Weiterbildung, dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) sowie der Medienberatung NRW.

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