Nov 262012
 

Interview von Natalie Dayekh

(c) Valentin Dornis

Medienförderung betrifft alle Menschen und macht auch vor dem Gefängnis nicht halt. Im Gespräch mit Nicole Sonnenbaum von Podknast werden die Beweggründe für Radio- und Fernsehberichte aus der Haft dargestellt.

Wie sieht die Medienförderung von Jugendlichen bei Podknast aus?
Im Rahmen des Projekts Podknast.de haben sich in vielen Jugend- und Erwachsenenvollzugsanstalten Gruppen gebildet, die die Inhaftierten an die Medienkompetenz heranführen. Die Inhaftierten lernen den Umgang mit einer Kamera oder wie ein Drehbuch geschrieben wird. Ihnen wird beigebracht, wie ein Film zustande kommt und was dabei beachtet werden muss.

Und warum glauben Sie, ist das alles wichtig  zu erlenen?
Medienkompetenz ist ein wichtiges Thema, bisher haben die Jugendlichen hauptsächlich konsumiert. Sie haben sich wenig Gedanken darüber gemacht und wenig reflektiert was sie da insgesamt alles konsumieren. Podknast ermöglicht den Jugendlichen das nach außen zu tragen, was konsumiert wird. Darüber hinaus ist es noch eine sinnvolle Freizeitgestaltung, denn häufig ist es ja so, dass bei den inhaftierten Jugendlichen und Erwachsenen draußen viel Langeweile herrschte. Wir hoffen, dass das Projekt Podknast Ideen bringt, was die Beteiligten zukünftig auch als Freizeitgestaltung weitermachen können. Zusätzlich dient das Projekt auch zur Abschreckung und zur Information von Schulklassen. Die Polizei nutzt zum Beispiel gerne unsere Angebot.

Wie bewusst ist Podknast den allgemeinen Konsumenten im Internet?
Podknast wird überwiegend eher von Eltern, die davon gehört haben oder Lehrern, die das mit in den Unterricht einbringen wollen, genutzt. Es gibt aber auch einen Youtube-Channel, den sich interessierte Jugendliche einfach im Internet anschauen können.

Wie haben die Jugendlichen und Erwachsenen die Podknast machen, die Idee aufgenommen bzw. wie ist da die Bestätigung?
Die Teilnehmer machen das gerne, weil es eine Abwechslung und etwas ganz anderes als der normale Haftalltag ist. Und die Beteiligten sind immer sehr froh über das Feedback, das sie von der Öffentlichkeit über ihre Seite bekommen.

Mehr zum Projekt Podknast

von Justiz-Online
Die Podcasts geben einen Einblick in den Alltag hinter die Mauern von Jugendarrestanstalten, des Jugend- sowie Erwachsenenvollzuges. Durch die Audio- bzw. Videopodcasts wird die Öffentlichkeit über verschiedene Bereiche des Vollzuges aufgeklärt und erhält so Informationen beispielsweise über die Gründe einer Inhaftierung oder den Tagesablauf eines Inhaftierten.

Mit den Podcasts sollen insbesondere die Inhaftierten dazu motiviert werden, sich mit sich selbst, ihrer Geschichte, aber auch mit ihrem kriminellen Verhalten und den Ursachen auseinander zu setzen. Ein weiterer Aspekt in diesem Kontext ist der aufklärende Charakter, der seine Entfaltung insbesondere bei den jüngeren Zuschauern entwickeln soll. Die Podcasts machen somit inhaltlich dort weiter, wo das „Gerichtsfernsehen“ aufhört.

Podknast – Wie es wirklich ist. Jugendliche Straftäter erzählen aus dem Knast über ihr Leben „drinnen“, die Vergangenheit und die Zukunft.

 

Walburga Benninghaus (MdL, SPD), die sich im Rahmen ihrer Aktion vor Ort in der Jugendarrestanstalt Düsseldorf über „Podknast“ informierte, besuchte am Tag der Medienkompetenz das Podknast-Team auch an der Musterzelle in der Ausstellung im Landtag. v.l.n.r: Inge Roy (Projektleiterin „Podknast“), Walburga Benninghaus (MdL, SPD) und Edwin Pütz (Leiter der JAA Düsseldorf).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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