Nov 262012
 

Von Valentin Dornis

Computer und Handy begleiten Kinder mittlerweile wie selbstverständlich durch ihr Leben. Irgendwann bekommen sie das erste Mobiltelefon, dann einen Computer und spielen schon bald Spiele im Internet oder melden sich bei sozialen Netzwerken an.

Dass es jedoch auch junge Menschen gibt, die keinen so einfachen Zugang zur großen Welt der Medien haben, zeigt der Stand der Arbeitsgemeinschaft Lokale Medienarbeit: Die Initiative setzt sich für inklusive Medienpädagogik ein. Was das bedeutet, erklärt Projektleiter Arnold Hildebrandt: „Behinderte Menschen stoßen im Umgang mit verschiedenen Medien schnell an ihre Grenzen. Wir wollen erreichen, dass sie gemeinsam mit Menschen ohne Behinderung lernen können, diese zu überwinden.“

Die Probleme fangen tatsächlich früh an: Je nach Grad der Behinderung kann es schon unmöglich sein, eine normale Tastaur zu bedienen. Um so etwas zu umgehen, gibt es schon jetzt zahlreiche Modelle, die individuell angepasst werden können. Doch das Bewusstsein dafür fehlt häufig noch, gerade in den Schulen, so Hildebrandt: „In der Regel werden Behinderte immer separiert unterrichtet, auch in Sachen Medienkompetenz. Dass muss sich auf Dauer ändern, nur dann wird es auch für diese Menschen einfacher, Zugang dazu zu finden.“

Die vom Land NRW geförderte Arbeitsgemeinschaft zeigt Alternativen auf: Spezielle Computerprogramme, Spiele und Steuerungselemente vereinfachen den inklusiven Unterricht. Besonders freut sich Hildebrandt über aktuelle Entwicklungen in der Computertechnik: „Intuitive Bedienkonzepte mit Touchdisplays und Gestensteuerung sind ein guter Schritt in diese Richtung.“

Am Stand der Arbeitsgemeinschaft können Menschen ohne Behinderung selbst erleben, wie Technik das Leben erleichtern kann: Am Rollstuhlsimulator kann ein Parkour durchfahren werden, der fahrbare Untersatz kann dabei nur über einen Schaltknüppel mit der rechten Hand gesteuert werden.

„All diese technische Unterstützung, ob am PC oder am Rollstuhl,  hilft in ihrer Summe, das mediennahe Leben für Behinderte zu erleichtern“, ist sich Hildebrandt sicher.

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