Nov 202012
 
v.l.n.r.: Ginger Claasen (Siemens AG), Werner Schäfers (Amtsleiter), Christiane Mackensen (stellv. Bürgermeisterin Soest), ????, MdL Eckhrad Uhlenberg (CDU), Jörn Peters (Projektleiter NAV4BLIND

v.l.n.r.: Andreas Rathöfer (im Hintergrund, Amt für Bau, Kataster, Straßen und Umwelt), Ginger Claasen (Siemens AG), Werner Schäfers (Amtsleiter Bau, Kataster, Straßen und Umwelt), Christiane Mackensen (stellv. Bürgermeisterin Soest), Winfried von Schroeder (Dezernatsleiter Bau, Kataster, Straßen und Umwelt), MdL Eckhard Uhlenberg (CDU), Jörn Peters (Projektleiter NAV4BLIND, Amt für Bau, Kataster, Straßen und Umwelt)

Was klingt, wie ein Geigerzähler, ist tatsächlich die Akkustik der App „Cityguide“ des Projekts „NAV4BLIND“, mit deren Hilfe Blinde, Sehbehinderte und Sehende ab sofort einfach per Fingertipp mit ihrem Smartphone durch die Straßen Soests navigieren können. „Nav4Blind“ (bzw. das daran anschließende „Guide4Blind“) ist ein Projekt des Kreises Soest, genauer; des Dezernats Bau, Kataster, Straßen, Umwelt, Liegenschaften und Vermessung, der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Soest mbH, der Siemens AG sowie der Geomobile GmbH. Entsprechend besuchte Landtagsvizepräsident MdL Eckhard Uhlenberg (CDU) am 19. November, den Kreis Soest und ließ sich per App durch die Stadt navigieren. Apps sind kleine Programme, die man sich über das Internet auf sein Smartphone laden kann.

Nutzen für alle

NAV4BLIND-Projektleiter Jörn Peters

NAV4BLIND-Projektleiter Jörn Peters

2006 gab der Landrat grünes Licht für dieses außergewöhnliche Projekt, das Inklusion als medienpolitische Forderung nicht nur propagiert, sondern bereits umgesetzt hat. In diesen Tagen werden alle Apps im App Store als Download verfügbar und damit für rund 1.200 Blinde und Sehbehinderte sowie rund 47.800 Sehende in Soest nutzbar sein. Aber es nutzt nicht nur Menschen mit Sehbehinderungen, alle profitieren davon. Jörn Peters, Projektleiter Nav4Blind, erläutert die Projektziele: „Das Projektergebnis ist nicht nur für Blinde gut, sondern auch für Sehende. Jeder soll teilhaben können. Wir wollen nicht stigmatisieren.“

Ausgerüstet mit einem GPS-gesteuerten Smartphone (unterstützt werden derzeit die Plattformen Apple sowie Android) oder einem bei der Stadt Soest geliehenem GPS-Sender kann sich jeder Interessierte auf eine definierte Route oder ganz individuell auf den Weg durch Soest begeben. Die Plattform Apple bietet sich derzeit als sehr geeignete Plattform an, da sie ohne Aufpreis für den Nutzer Barrierefreiheit mit ihren Produkten zur Verfügung stellt, wie beispielsweise eine integrierte Sprachausgabe.

Digitaler Stadtführer

Und so sieht das dann aus

Cityguide im Praxistest

Die Navigation erfolgt dabei beim Smartphone wahlweise durch ein akustisches Signal – ähnlich einem Geigerzähler (wie eingangs erläutert), durch Vibration oder eine Sprachausgabe. Der Bewegungskorridor – so Jörn Peters – liegt bei iPhone Smartphones derzeit zwischen 10-5m. Per GPS sei die Ortung im „Submeterbereich“; sie liegt unter einem  Meter in der Breite. Alle Soester „Points of Interest“ (POI) – vom Café bis zur Sehenswürdigkeit, wie der Wiesenkirche, finden sich in der „Cityguide“ Karte wieder und sind vielfach mit Zusatzinformationen, wie Öffnungszeiten und historischen Informationen ausgerüstet.

MdL Eckhard Uhlenberg testet selbst

MdL Eckhard Uhlenberg testet selbst

Die Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen erfolgt über zusätzliches Audiomaterial je Sehenswürdigkeit, das in Kooperation mit der Deutschen Hörfilmgesellschaft, Berlin, mit bekannten Sprechern, wie Rufus Beck (für Kinder), Anna Thalbach und Hans Peter Hallwachs (mehrsprachig für Erwachsene in deutsch, englisch und niederländisch) entwickelt wurde.

MdL Eckhard Uhlenberg Vizepräsident des NRW-Landtags, ist „ganz begeistert“ und honoriert das Projekt als „eine tolle Sache“.

Wichtig ist Jörn Peters jedoch bei allen technischen Möglichkeiten der Hinweis, ein Verzicht auf gelernte Navigationsmittel, wie den Taststock, sei nicht möglich. Die Apps seien immer unterstützend, jedoch nicht ersetzend zu begreifen. „Wir können keine hundertprozentige Sicherheit bieten,“ so Peters.

Analoges unterstützt Digitales

v.l.n.r.: Friedrich Hagedorn (Grimme Institut) Ginger Claasen (Siemens AG), Werner Schäfers (Amtsleiter), Christiane Mackensen (stellv. Bürgermeisterin Soest), MdL Eckhard Uhlenberg (CDU), Jörn Peters (Projektleiter NAV4BLIND

v.l.n.r.: Friedrich Hagedorn (Grimme Institut), MdL Eckhard Uhlenberg (CDU), Christiane Mackensen (stellv. Bürgermeisterin Soest), Ginger Claasen (Siemens AG), Werner Schäfers (Amtsleiter Bau, Kataster, Straßen, Umwelt), Jörn Peters (Projektleiter NAV4BLIND, Amt für Bau, Kataster, Straßen und Umwelt)

Um gerade die Sehenswürdigkeiten begreifbar zu machen, gibt es 3D-Modelle von Dom, Wiesenkirche oder Osthofentor, die neben den Audiozusatzinformationen der Apps ein haptisches Tast-Erlebnis beim Entdecken der Soester Stadt bieten und direkt vor den Originalen platziert sind. Mittlerweile sind die Modelle zum Treffpunkt vieler Soester sowie Touristengruppen geworden.

Das Projekt weckte bereits Interesse bei anderen großen, deutschen Städten, wie Düsseldorf. In Berlin startet das Projekt am 1.Dezember 2012 mit 450 Straßenkilometern in Berlin Mitte.

 

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