Nov 142012
 

Dr. Bleckmann / Prof. Marci-Boehncke

Unsere Welt ist mehr und mehr eine digitale. Mit Computern, Smartphones und Co. umgeben wir uns tagtäglich: Sie sind Basis unserer Arbeit, dominieren immer mehr unsere Kommunikation und füllen einen großen Teil unserer Freizeit. Auch unsere Kinder nützen Medien immer früher und immer selbstverständlicher. Liegt da nicht der Schluss nahe, Medien auch verstärkt in den Schulalltag zu integrieren, um Kinder ideal auf ein Leben in der digitalen Welt vorzubereiten?

„Nein“ lautet hierauf die Antwort von Dr. Paula Bleckmann. Die Autorin von „Medienmündig“ (Klett-Cotta 2012) plädiert in ihrem Positionspapier dafür, statt mehr Medien, mehr Medienalternativen in der Pädagogik einzusetzen und argumentiert u.a. aus ihrer Arbeit zu Computerspiel- und Internetabhängigkeit am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen.

Medienmündig ist, wer Manipulation durch mediale Angebote kritisch reflektiert, und wer sich für nichtmediale Handlungsalternativen immer dort entscheidet, wo sie seinen langfristigen Zielen und Bedürfnissen besser dienen als mediale Handlungsmöglichkeiten. In diesem Sinne möchte ich uns gerade für das Aktionsfeld „Medien und Lernen“ statt einer blinden Fortschrittsgläubigkeit für die Zukunft eine medienmündige Politik wünschen.

Dem entgegen setzt Prof. Dr. Gudrun Marci-Boehncke von der Technischen Universität Dortmund ihren Wunsch nach Medieneinsatz in Schule und Kindergarten. In ihrem Positionspapier plädiert sie für eine zukunftorientierte Pädagogik, die sich den medialen Gegebenheiten der heutigen Zeit anpasst.

Die Digitalisierung ist nicht zurück zu drehen. Klagen über die Veränderungen von Kommunikationsverhalten und Tagesgestaltung sind nur in sehr beschränktem Maß sinnvoll. Die Chancen der Digitalisierung sollten verstärkt gesucht und bildungspolitisch genutzt werden.

Die kompletten Positionspapiere der beiden Expertinnen sind nun online nachzulesen. Sie bilden die Grundlage für die Debatte zum Thema „lernen“ am Nachmittag des Tags der Medienkompetenz im Landtag Nordrhein-Westfalen.

Die Expertinnen und das Team des Tags der Medienkompetenz freuen sich schon jetzt auf Kommentare und Diskussionsbeiträge: hier im Blog oder über Facebook und Twitter.

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