Sep 272012
 

Das Projekt „Musikzapfsäule“ informiert Kinder, Jugendliche, Eltern und Pädagogen über alternative Wege der legalen Beschaffung von aktueller und neuer Musik aus dem Internet und setzt dabei auf das Prinzip der Peer-Education. In der Ausstellung im Landtag wird die Musik frisch aus einer ausrangierten Tanksäule „gezapft“.

(c) Evangelische Kirche von Westfalen
Die Musikzapfsäule

Kinder und Jugendlichen haben im Durchschnitt etwa 200 bis 400 Musikstücke von bekannten Musiker(innen) auf ihren Handys oder MP3-Playern gespeichert, ohne dafür bezahlt zu haben und in der Regel ohne Unrechtsbewusstsein. Über die Problematik des Kopierschutzes oder illegaler Musikquellen wird kaum nachgedacht. Dabei machen sie nicht nur sich, sondern auch ihre Eltern als Inhaber des Internetanschlusses möglicherweise strafbar. Auf der anderen Seite sind den Jugendlichen regionale oder lokale Independent-Musikgruppen oft völlig unbekannt. Sie kennen diese Musiker nicht und hören auch nicht ihre Musik. Das Projekt „musikzapfsäule.de“ will Jugendliche für diese Fragen und Probleme sensibilisieren und ihren Horizont hinsichtlich der Beschaffung von Musik erweitern helfen.

Die „Musikzapfsäule“ setzt echte ausrangierte Tankzapfsäulen ein, baut sie entsprechend den eigenen Bedürfnissen um und setzt sie in Jugendeinrichtungen und Schulen ein. In das Gehäuse der ausgedienten Zapfsäulen wird ein PC eingebaut, von dem aus die Jugendlichen CC-Musik (Creative Commons) herunterladen können. Eine solche Musikzapfsäule steht beispielsweise in der Schulbibliothek der Realschule Hörstel, die über eine AG fest in den Stundenplan integriert ist und von einer Lehrkraft kontinuierlich begleitet wird. In der AG arbeiten die Jugendlichen während der Unterrichtszeit als Musikredakteure, in dem sie CC-Musik über das Blog http://musikzapfsaeule.de/ bewerten, verbreiten und dabei auch unbekannte bzw. lokale Musiker(innen) und Musikgruppen vorstellen. Diese Musik darf mit Erlaubnis der Bands kopiert und weitergegeben werden. Motto des Projekts:  für alle Veröffentlichungen müssen auch die Rechte vorliegen, egal ob es sich um ein Klassenzimmer in einer Schule oder um einen Freizeitraum in einer Jugendeinrichtung handelt, d. h. im Zweifelsfall müssen immer die Urheber angeschrieben werden. Darüber hinaus lernen die Jugendlichen den Umgang mit einem Content-Management-System und die Vorteile von CC-Musik kennen, die veröffentlicht und im Rahmen der Lizenzen auch weiterentwickelt werden darf.

Das Projekt bietet in Zusammenarbeit mit der Initiative Eltern + Medien Elternabende zum Thema an und organisiert für Lehrer, Schulen und Teams von Jugendeinrichtungen Medienkompetenztage. Die Musikzapfsäule kooperiert dabei mit unterschiedlichen Einrichtungen (Filmothek der Jugend, LAG Lokale Medienarbeit NRW oder Aktion Jugendschutz) und stellt ihre Angebote teilweise auch kostenlos zur Vefügung.

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